Die Pocken ist längst besiegt, die Kinderlähmung noch nicht.

Seit 1985 wurden mehr als 2,5 Milliarden Kinder gegen Kinderlähmung geimpft. Mehr als 16 Milliarden US-Dollar wurden weltweit dafür ausgegeben. Als Folge ging die Infektionsrate von 350.000 in 125 Ländern im Jahr 1988 auf 33 Fälle in 2 Ländern Pakistan und Afghanistan im Jahr 2018 zurück. Hunderttausende Kinder sind vor Behinderungen geschützt worden.

Wenn wir die Kinderlähmung nicht vollständig ausrotten, könnte sich die Krankheit wieder international ausbreiten und innerhalb von 10 Jahren über 200.000 Infektionen verursachen. Auch wenn die Krankheit nur noch in zwei Ländern vorkommt, ist die Welt nicht sicher, bis das Virus vollständig besiegt ist.

Hier bestehen besondere Herausforderungen, alle Kinder für Impfungen zu erreichen, darunter politische Unsicherheit, äußerst mobile Bevölkerungsgruppen, schwieriges Gelände und in einigen Fällen logistische Hindernisse. Mit ausreichenden Ressourcen, dem Engagement der nationalen Regierungen und Innovationen, die den Zugang zu abgelegenen Gebieten verbessern, sind wir optimistisch, Polio besiegen zu können.

Eine konsequente Fortführung der Impfung ist wichtig, um den globalen Impfstatus zu erhalten und eine Unterbrechung der Infektionskette in diesen beiden verbliebenen Ländern zu erreichen.

Die Masernepidemien der letzten Jahre haben das Problem der Impflücke vor Augen geführt. Wenn es uns nicht gelingen sollte, die Kinderlähmung auszurotten, könnte die Krankheit nach Europa zurückkehren.

Global Polio Eradication Initiative (GPEI) hat von 1985 bis 2018 16,636 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Rotarier auf der ganzen Welt haben bisher mit 1,8 Milliarden US-Dollar zur Ausrottung von Polio beigetragen. Dies ist der größte Betrag, der von einer privaten Organisation für diese Kampagne aufgebracht wurde.

Rotary hat zugesagt, jährlich 50 Millionen US-Dollar für die Ausrottung von Polio aufzubringen. Die Bill & Melinda Gates Foundation hat zugesagt, eine komplementäre Geldspende im Verhältnis 2-zu-1 hinzuzufügen, was einem jährlichen Betrag von 150 Millionen US-Dollar entspricht.

Durch diese Mittel können dringend benötigte operative Unterstützung, medizinisches Personal, Laborausrüstung und Schulungsmaterial bereitgestellt werden. Regierungen, Unternehmen und private Geldgeber spielen bei der Finanzierung eine entscheidende Rolle.

Zur Unterstützung des Endspurtes wurde ein „Aktionsbündnis Kupfercent für eine Welt ohne Kinderlähmung“ von den Rotary Clubs in Mönchengladbach ins Leben gerufen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Geld für diese Maßnahme zu sammeln. Zudem werde aus medizinischer Sicht über die Bedeutung der Impfmaßnahmen aufgeklärt.

Gegründet wurde das Bündnis unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Im Zentrum steht eine Sammelaktion von Kupfercent durch Schüler(innen) weiterführender Schulen sowie Grundschulen.

Die gesammelte Summe wird durch die drei Rotary Clubs verdoppelt. Die Endsumme wird dann von der Bill-Mellinda-Gates-Foundation verdreifacht. Dies bedeutet aus einem gesammelten Kupfer-Cent am Ende bis zu 6 Cents werden.

Aufklärung über Impfung ist wichtig. Zu diesem Zweck gehen Kinderärzte und Ärzte in die Schulen und klären vor Ort über Impfung und das Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung auf.